Notfallnummer bei Festnahme & Durchsuchung: 0160 1210616

Strafrecht2021-10-29T14:47:38+02:00

Strafrecht

Ihr Rechtsanwalt & Fachanwalt für Strafrecht in Krefeld

Als erfahrene Strafverteidiger – Fachanwalt für Strafrecht – begleiten wir Sie durch schwierige Zeiten!

Seit dem Beginn seiner Tätigkeit beschäftigt sich Herr Rechtsanwalt Cörper ausschließlich mit dem Rechtsgebiet des Strafrechts, und ist als Strafverteidiger für Sie tätig. Aufgrund seiner Kenntnisse und Erfahrungen wurde ihm der Titel Fachanwalt für Strafrecht verliehen. Er unterrichtet als Lehrbeauftragter an der Hochschule Strafrecht und Strafprozessrecht und führt als Dozent Fortbildungsveranstaltungen durch.

Viele Mandanten sind vollkommen orientierungslos, wenn sie sich einem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren ausgesetzt sehen. Oft beginnt dies mit einer recht harmlos wirkenden Ladung zur Beschuldigtenvernehmung bei der Polizei oder Zoll, sehr häufig erfährt der Beschuldigte von dem Verfahren jedoch dadurch, dass die Kriminalpolizei bei ihm klingelt und eine Hausdurchsuchung durchführt, oder sogar einen Haftbefehl vollstreckt.

Bitte nehmen Sie Ihre Geschicke insoweit selbst in die Hand, indem Sie selbstbewusst keine Aussage machen und sich auf Ihr Schweigerecht berufen. Kontaktieren Sie uns so früh wie möglich, dann können wir die Kommunikation mit den Behörden übernehmen und mit Ihnen die beste Verteidigungsstrategie erarbeiten.

Wir können die Verteidigung für mehrere Beschuldigte in einem Verfahren gewährleisten und verfügen darüber hinaus auch über ein breites Netzwerk an Strafverteidigern mit denen wir bereits über viele Jahre gemeinsam erfolgreich verteidigen. Sollten Sie tatsächlich festgenommen werden, dann bestehen Sie darauf Ihren Rechtsanwalt anzurufen und wir werden sofort zu Ihnen kommen und nicht von Ihrer Seite weichen. Herr Rechtsanwalt Cörper unterhält für den Fall der Festnahme die 24h Notfallnummer [0160-1210616] und ist auch am Wochenende erreichbar.

Ihr Ansprechpartner

Rechtsanwalt, Fachanwalt Tim Cörper

Tim Cörper

Rechtsanwalt
Fachanwalt für Strafrecht
Fachanwalt für Steuerrecht

Fordern Sie hier einen Rückruf an.

Vielen Dank für Ihre Anfrage.
Es gab einen Fehler, bitte nochmals versuchen.
Datenschutz *

Der Bereich des Wirtschaftsstrafrechts dürfte mehrheitlich im Zusammenhang mit Unternehmen anzusiedeln sein, kann aber auch jeden einzelnen treffen.

Zu den dortigen Vorwürfen zählen insbesondere Delikte wie Untreue, Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt (Schwarzarbeit), Geldwäsche und Korruptionsdelikte.

Während es im klassischen Bereich oftmals darum geht etwa Freiheitsstrafen abzuwenden, sind in diesem Bereich auch entscheidende Fragestellungen wie Vermögensabschöpfung und Steuerforderungen zu lösen. Im Regelfall haben diese existenzielle Bedeutung für die Betroffenen.
Aufgrund unserer Ausrichtung auf den wirtschaftlichen Bereich können wir insb. in Querschnittsmaterien wie dem Insolvenzstrafrecht (Insolvenzverschleppung, Bankrott) oder dem Arbeitsstrafrecht (Schwarzarbeit, SOKA Bau, MiLoG Verstöße) mit besonderem Sachverstand für Sie agieren.

Der Bereich der Vermögensdelikte umfasst ein breites Spektrum an Straftaten, dazu zählen insb. Betrug, Diebstahl, Unterschlagung und eine Vielzahl an speziellen Delikten.

Im Wesentlichen lassen sich darunter alle Straftaten fassen, die sich gegen das (fremde) Vermögen oder dessen Bestandteile richten.
Nimmt man exemplarisch den Betrug heraus, so ist hier vieles denkbar, angefangen beim Einkaufen mit fehlender Kontodeckung, bis hin zum speziellen Subventionsbetrug. Auch bei den Vermögensdelikten ist die wirtschaftliche Komponente in Form der Vermögensabschöpfung nicht aus dem Blick zu verlieren, da hier hohe materielle Forderungen auf den Beschuldigten zukommen können.

Der Vorwurf einer gegen fremdes Vermögen gerichteten Straftat ist ernst zu nehmen, da auch bei relativ geringen Schäden eine Freiheitsstrafe drohen kann, wenn z.B. eine gewerbsmäßige Tatbegehung unterstellt wird oder bereits Vorstrafen bestehen.

Betäubungsmittel (kurz: BtM) scheinen in der Gesellschaft angekommen und omnipräsent zu sein – obwohl der Erwerb, Besitz und das Handeltreiben bekanntlich strafbar ist. Trotz steigender gesellschaftlicher Akzeptanz vor allem von „weichen Drogen“ wie z.B. Cannabis sind die Strafen zumindest für eine nicht geringe Menge teilweise empfindlich. Auch droht hier der Entzug der Fahrerlaubnis.

Am häufigsten dürfte der Vorwurf des Handeltreibens oder der Einfuhr von Cannabis, Kokain, Heroin oder Amphetamin anzutreffen sein. Abhängig vom konkret festgestellten Wirkstoffanteil drohen hier mehrjährige Haftstrafen, aufgrund der guten Qualitäten oftmals ab erstaunlich kleinen Brutto-Mengen an BtM.
Die Herausforderung bei der Verteidigung ist mannigfaltig, da hier nahezu sämtliche Ermittlungsmaßnahmen wie Telefonüberwachung, Observation, Durchsuchungen, etc. angewandt werden dürfen – mit den damit einhergehenden Verwertungsfragen (etwa. „Encrochat“).

Gleichzeitig bieten diese Verfahren auch eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten wie etwa Therapie statt Strafe.

Denkt man an Strafrecht, so verbindet man üblicherweise automatisch Gewaltdelikte wie Körperverletzung, Raub, Totschlag oder Mord mit diesem Begriff. In der Praxis spielt auch ein erheblicher Teil der Ermittlungsverfahren in diesem Bereich ab.

Nimmt man etwa die Kapitaldelikte wie Totschlag oder Mord, so ist neben der Tatfrage mit z.B. rechtsmedizinischen Fragen regelmäßig auch ein besonderes Augenmerk auf Schuldfähigkeit und die Rechtfertigungsgründe wie etwa Notwehr zu legen.

Die Erfahrung zeigt, dass die Stellschrauben für eine erfolgreiche Verteidigung bereits sehr früh im Ermittlungsverfahren angepasst werden müssen. Es ist daher essentiell, dass Sie gerade bei dem Vorwurf einer schweren Gewalttat so früh wie möglich professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Gerade mit Blick auf die teilweise erheblichen Sanktionen („lebenslang“) ist es geradezu fahrlässig entweder selbst oder mit einem nicht spezialisierten Rechtsanwalt zu arbeiten.

Sexualstraftaten sind besondere Vorwürfe. Bereits mit Einleitung und bekanntwerden der Vorwürfe tritt oftmals eine gesellschaftliche Ächtung des Beschuldigten ein, die schon mit einer sozialen Sanktionierung wie dem Verlust des Arbeitsplatzes einhergeht, obwohl ein Tatnachweis noch nicht erbracht wurde.

Die Vorwürfe sind aber auch deswegen besonders weil die Beweisführung eine besondere Herausforderung ist. Oft ist es bei Vorwürfen wie Vergewaltigung so, dass der Geschlechtsverkehr von allen Beteiligten eingeräumt wird und man sich „nur“ mit dem Vorwurf auseinandersetzen muss, ob dieser einvernehmlich stattgefunden hat. In diesen Fällen fehlt es im Normalfall an objektivierbaren Beweisen wie Zeugenaussagen von Dritten, und auch DNA Spuren sind in diesen Konstellationen nicht aussagekräftig. Dem Verteidiger werden also besondere Kenntnisse im Bereich der Aussagepsychologie und klugen Prozessführung abverlangt.

Diese Umstände sind gleichermaßen besondere Herausforderung wie Chance, die es zu nutzen gilt.

In ein Verfahren mit dem Vorwurf der Straftat im Straßenverkehr kann jeder Verkehrsteilnehmer sehr schnell verwickelt werden. Es handelt sich um das Deliktsfeld in dem man am häufigsten mit unbestraften Menschen aus der Mitte der Gesellschaft zu tun hat.

Man ist mit seinem Fahrzeug in einen Unfall verwickelt und ein Mensch wird verletzt. Der Schritt zum Vorwurf der fahrlässigen – also nicht absichtlichen – Körperverletzung ist klein, denn es genügt zunächst die Unterstellung, dass man nicht sorgfältig genug auf Gefahren geachtet hat.

Der Verkehrsteilnehmer hat einen Unfall und bemerkt diesen nicht. Es folgt eine Ladung zur Beschuldigtenvernehmung wegen des Vorwurfs des unerlaubten Entfernens vom Unfallort („Unfallflucht“).

Diese Fälle aus dem Alltag hören sich zunächst lapidar an, der Ernst der Lage wird den Betroffenen erst dann klar, wenn in einem nächsten Schreiben bereits vorläufig die Fahrerlaubnis entzogen wird, und sie dann den Weg zur Arbeit nicht mehr antreten können.

In diesen Bereich zählen wir auch Ordnungswidrigkeitenverfahren, also klassisch Bußgeldbescheide aufgrund Geschwindigkeitsüberschreitungen oder Handy am Steuer. Die exakte Prüfung der Einhaltung aller Formalien hat hier schon oft zu einer Einstellung des Verfahrens geführt und lohnt sich insb. immer dann, wenn eine Rechtsschutzversicherung die Kosten übernimmt.

Häufige Fragen im Strafrecht

Fragen und Hintergrundinformationen rund ums Strafrecht / Strafverfahren

Beschuldigter im Strafverfahren2021-10-15T13:58:44+02:00

Zum Beschuldigten im strafrechtlichen Ermittlungsverfahren wird man sehr schnell. Voraussetzung dafür ist, dass die Ermittlungsbehörden einen Anfangsverdacht für die Begehung einer Straftat annehmen. Ein Anfangsverdacht kann indes sehr früh angenommen werden, es reicht etwa wenn eine Behauptung der Begehung einer Straftat existiert.

Die gesetzliche Grundlage für die Notwendigkeit der Vernehmung des Beschuldigten ergibt sich aus § 163a Abs. 1 StPO.

Falls das Ermittlungsverfahren nicht eingestellt wird, muss der Beschuldigte vor dem Abschluss der Ermittlungen vernommen werden. Die Anhörung ist obligatorisch, es reicht aber im Regelfall aus, dem Beschuldigten die Gelegenheit zur Äußerung einzuräumen. Nimmt er diese Möglichkeit nicht war, ist dem Gesetz Grundsatz des rechtlichen Gehörs Genüge getan.

Üblicherweise erfährt der Beschuldigte von der Existenz des Ermittlungsverfahrens durch die Übersendung einer Ladung zur Beschuldigtenvernehmung seitens der Polizei. Abhängig vom Schweregrad der darin vorgeworfenen Straftat werden teilweise schriftliche Äußerungsbogen versendet, d. h. dass auf einen persönlichen Vernehmungstermin verzichtet wird.

Im Regelfall jedoch wird der Beschuldigte zur Aussage auf der Polizeidienststelle vorgeladen.

Hierzu muss man wissen, dass der Beschuldigte grundsätzlich nicht zum Erscheinen auf der Polizeiwache verpflichtet ist, ist darüber hinaus auch keine Pflicht zur Aussage gibt. Das Gesetz sieht ausdrücklich vor, dass ein Beschuldigter nicht zur Mitwirkung im eigenen Verfahren verpflichtet ist.

Bitte nehmen Sie Ihre Geschicke insoweit selbst in die Hand, indem Sie selbstbewusst keine Aussage machen und sich auf Ihr Schweigerecht berufen. Kontaktieren Sie uns so früh wie möglich, dann können wir die Kommunikation mit den Behörden übernehmen und mit Ihnen die beste Verteidigungsstrategie erarbeiten.

Wir können die Verteidigung für mehrere Beschuldigte in einem Verfahren gewährleisten und verfügen darüber hinaus auch über ein breites Netzwerk an Strafverteidigern mit denen wir bereits über viele Jahre gemeinsam erfolgreich verteidigen.

Sollten Sie tatsächlich festgenommen werden, dann bestehen Sie darauf Ihren Rechtsanwalt anzurufen und wir werden sofort zu Ihnen kommen und nicht von Ihrer Seite weichen. Herr Rechtsanwalt Cörper unterhält für den Fall der Festnahme die 24h Notfallnummer [0160-1210616] und ist auch am Wochenende erreichbar.

Was ist das Ermittlungsverfahren ?2021-10-15T13:59:17+02:00

Bei dem Verdacht einer Straftat haben Staatsanwaltschaft und Polizei den Sachverhalt zu erforschen (§ 152 Abs. 2, 160, 161, 163 Abs. 1 StPO).

Die zur Sachverhaltserforschung notwendigen Ermittlungen nimmt, soweit sie nicht dem Richter vorbehalten sind, die Staatsanwaltschaft selbst vor, oder Sie beauftragt mit der Durchführung die Polizei kann man § 161 Abs. 1 StPO).

In Ermittlungsverfahren, die Steuerstraftatbestände im Rahmen und in den Grenzen des § 386 Abs. 2 und 3 AO umfassen, übernimmt das Finanzamt die Aufgaben der Staatsanwaltschaft (§ 399 Abs. 1 AO).

Die Aufklärung eines Delikts und die entsprechenden Ermittlungen obliegen den Strafverfolgungsbehörden. Dies ist die Polizei im Rahmen des ersten Zugriffs gemäß § 163 StPO, ansonsten die Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft ersucht allerdings im Regelfall die Polizei zur Vornahme entsprechender Ermittlungen nach § 161 Abs. 1 StPO.

Die Polizei hat dann den Sachverhalt so gut wie möglich aufzuklären.

Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens stehen den Ermittlungsbehörden eine Vielzahl an strafprozessualen Maßnahmen zur Verfügung, namentlich sind hier insbesondere die Zeugeneinvernahme, Durchsuchung, erkennungsdienstliche Behandlung oder Festnahme zu nennen.

Abhängig von der Intensität des Grundrechtseingriffs bedürfen diese Maßnahmen teilweise der richterlichen Prüfung und Anordnung.

Spätestens werden die Polizei mit den Ermittlungsmaßnahmen aus Ihrer Sicht am Ende angelangt sind hat sie die vollständigen Verfahrensakten an die Staatsanwaltschaft weiterzuleiten. Die Staatsanwaltschaft selbst und ausschließlich ist dann zuständig für die Abschlussentscheidung, also letztlich die Frage ob nach Aktenlage eine strafbare Handlung festgestellt werden kann, und ob diese mit entsprechenden Beweismitteln nachweisbar und einem konkreten Täter vorwerfbar sind.

Davon abhängen wird die Staatsanwaltschaft dann eine Entscheidung treffen ob in dem vorliegenden Ermittlungsverfahren Anklage zu erheben ist, oder ob das Verfahren mangels Verurteilungswahrscheinlichkeit der Einstellung unterliegt.

Einstellung des Ermittlungsverfahrens2021-10-15T13:59:56+02:00

Abhängig vom Stadium des Verfahrens hat entweder die Staatsanwaltschaft oder das Gericht mit Zustimmung der Staatsanwaltschaft die Möglichkeit das Verfahren zur Einstellung zu bringen.

Es gibt grundsätzlich mehrere Möglichkeiten der Einstellung zu unterscheiden:

Die Staatsanwaltschaft hat mit Abschluss der Ermittlungshandlungen zunächst zu prüfen ob eine strafbare Handlung erkennbar ist, und ob die für die Verurteilung notwendigen Beweismittel voraussichtlich vorliegen. Verneint die Staatsanwaltschaft diese Prüfung, so hat sie das Ermittlungsverfahren gemäß § 170 Abs. 2 StPO zur Einstellung zu bringen.

Es handelt sich dabei im übertragenen Sinne um den Freispruch im Ermittlungsverfahren. Entscheidender Unterschied zum tatsächlichen Freispruch ist jedoch insbesondere die Tatsache, dass im Falle der Einstellung gemäß § 170 Abs. 2 StPO keine Kostenerstattungspflicht des Staates gibt, da der Gesetzgeber insoweit davon ausgeht, dass die Staatsanwaltschaft als objektive Behörde auch ohne Rechtsanwalt zum rechtlich richtigen Ermittlungsergebnis kommen wird. Die notwendigen Auslagen, die durch die Einschaltung eines Rechtsanwalts entstehen, werden daher von der Staatskasse nicht erstattet.

Daneben gibt es die Möglichkeit der an Einstellung aus Opportunitätsgründen.

Häufigsten dürfte hier die Norm des §§ 153/153 A StPO zur Anwendung kommen.

Bei dieser Art der Einstellung hat der Staatsanwalt feststellen, dass es sich um eine vergleichsweise geringe Schuld handelt, sodass die Ahndung nicht zwingend notwendig ist. Das kommt ausschließlich bei Vergehenstatbeständen in Betracht; bei Verbrechenstatbeständen ist diese Einstellungsmöglichkeit ausgeschlossen.

Der Unterschied der beiden Normen liegt darin, dass bei der Einstellung gemäß § 153a StPO eine Auflage zur Beseitigung des öffentlichen Interesses an der Strafverfolgung zu verhängen ist. Üblicherweise werden hier Geldauflage zugunsten gemeinnütziger Einrichtungen oder aber der Staatskasse verhängt. Der Beschuldigte hat dann im Regelfall bis zu sechs Monaten Zeit die Geldauflage zu erfüllen und die Erfüllung nachzuweisen. Sofern er dies vollständig tut, so wird das Verfahren endgültig eingestellt.

Erfüllt der Beschuldigte hingegen lediglich zum Teil die Auflage, so hat dies zur Folge, dass das Ermittlungsverfahren weitergeführt wird und die geleisteten Teilleistungen verfallen.

Es gibt daneben eine Vielzahl an spezialgesetzlichen Regelungen zur Einstellung, insbesondere im Jugendstrafrecht sind hier noch einmal andere Möglichkeiten im Gesetz vorgesehen.

Verlässt man das Stadium des Ermittlungsverfahrens und wird Anklage erhoben, so gibt es noch einmal spezielle Varianten der Einstellung aufgrund des Vorliegens von Verfahrenshindernissen. Dies gilt zum einen Strafverfolgung Voraussetzungen nicht vorliegen, aber auch z.B. wenn der Angeklagte nicht auffindbar oder gar verstorben ist. Hierfür sieht die StPO entsprechende Einzelregelungen in § 205 ff. StPO vor.

Anklage / Zwischenverfahren2021-10-15T14:00:32+02:00

Geht der Staatsanwalt nach Abschluss der Ermittlungen davon aus, dass eine strafbare Handlung festgestellt werden konnte und er diese im Rahmen eines Gerichtsverfahrens beweisen kann, so sieht das Gesetz die Anklage zum jeweils zuständigen Gericht in der Hauptsache vor.

Die Anklageschrift muss den Voraussetzungen und Vorschriften des §§ 200 StPO genügen, also ihnen also insbesondere den dort zwingend vorgeschriebenen Inhalt enthalten.

In § 200 Abs. 1 ist geregelt, dass die Anklageschrift den Angeklagten darüber zu informieren hat, welche Tat ihm zur Last gelegt wird, Zeit und Ort der vermeintlichen Tatbegehung, die gesetzlichen Merkmale der Straftat und die anzuwendenden Strafvorschriften. Darüber hinaus sind die Beweismittel, das Gericht zu dem die Anklage erhoben wurde, und der Verteidiger anzugeben.

Bei Anklagen zum Schöffengericht oder der großen Strafkammer beim Landgericht ist ebenfalls ein wesentliches Ergebnis der Ermittlungen anzugeben.

Die Zuständigkeit der einzelnen Gerichte und Spruchkörper ergibt sich aus dem die GVG.

Die grobe Unterteilung ist zunächst das zuständige Gericht, namentlich also Amtsgericht, Landgericht oder Oberlandesgericht. Letzteres kommt insbesondere bei Terrorprozessen mit einer speziellen Staatsschutzkammer zum Einsatz.

Die größte Masse der Verfahren wird sicherlich vom Amtsgericht erledigt. Hier gibt es noch einmal eine Unterscheidung zwischen Strafrichter und Schöffengericht.

Bei einer Anklage zum Strafrichter entscheidet der hauptamtliche Richter alleine und in eigener Zuständigkeit. Er ist zuständig für Vergehen und bei einer Straferwartung von max. 2 Jahren. Geht die Staatsanwaltschaft nach Stand der Ermittlungen davon aus, dass eine freie Strafe von über zwei Jahren zu verhängen ist so ist die Strafgewalt des Strafrichters überschritten und es ist eine an Klage zum Schöffengericht zu erheben.

Gleiches gilt, wenn dem Angeklagten ein Verbrechensvorwurf gemacht wird, dieser ist ebenfalls zwingend beim Schöffengericht zu verhandeln.

Die Besetzung des Schöffengerichts erfolgt im Regelfall durch einen Vorsitzenden hauptamtlichen Richter und zwei Schöffen. Schöffen handelt es sich um normale Menschen aus dem Umkreis der Gesellschaft die gerade keine Juristen sind. In der Urteilsfindung kommt der Stimme der Schöffen jedoch das gleiche Stimmgewicht wie das des hauptamtlichen Richters zu. Sie sind absolut gleichberechtigt und können den hauptamtlichen Richter auch überstimmen.

Geht die Staatsanwaltschaft von einer Straferwartung von über vier Jahren aus, so ist Anklage zur großen Strafkammer des Landgerichts zu erheben bin. Die Große Strafkammer ist im Regelfall besetzt mit drei Berufsrichtern und zwei Schöffenrichtern, wobei das Gesetz die Möglichkeit eröffnet die Besetzung auf zwei Berufsrichter und zwei Schöffen zu reduzieren. In der Praxis hat sich dies zum Regelfall entwickelt, wenngleich der Gesetzgeber dies eigentlich nicht vorsah.

Lediglich bei der Zuständigkeit des Schwurgerichts als Große Strafkammer ist die Besetzung mit drei Berufsrichtern und zwei Schöffen zwingend vorgesehen und das Gesetz bietet keine Möglichkeit der Reduktion.

Verfahrensrechtlich ist es so, dass die Staatsanwaltschaft Anklage zum jeweiligen Gericht erhebt und die zu gehörige Verfahrensakte dann dorthin weiterleitet. Das Gericht veranlasst die Zustellung zum Angeklagten und gibt diesem die Möglichkeit sich bereits im Vorfeld zu Vorfeld zu den Vorwürfen zu äußern und eventuelle Beweisanträge zu stellen. Es handelt sich dabei um das sogenannte Zwischenverfahren.

Nach Abschluss der Äußerungsfrist hat das Gericht über die Eröffnung des Hauptsacheverfahrens zu entscheiden, dass heißt der zuständige Richter prüft nach Aktenlage die Einschätzung der Staatsanwaltschaft und hat zu entscheiden ob aus Sicht des Gerichts ebenfalls ein Tatverdacht und eine Verurteilungswahrscheinlichkeit vorliegt.

Sofern das der Fall ist wird im nächsten Schritt ein Beschluss über die Eröffnung des Hauptsacheverfahrens erfasst und ein Hauptverhandlungstermin anberaumt.

Geht der Richter im Zwischenverfahren davon aus, dass weitere Ermittlungen durchzuführen sind, so kann er diese in eigener Zuständigkeit veranlassen oder aber der Staatsanwaltschaft nach Ermittlungen auftragen.

Teilt das Gericht die Auffassung der Staatsanwaltschaft nicht und sieht keine Verurteilungswahrscheinlichkeit, so kann es die den Antrag der Staatsanwaltschaft auf Eröffnung des Hauptsacheverfahrens ablehnen. Der Staatsanwaltschaft steht dagegen die sofortige Beschwerde zu, § 210 Abs. 2 StPO.

Pflichtverteidigung / Notwendige Verteidigung2021-10-15T14:01:07+02:00
  • 140 StPO regelt, dass in besonderen Verfahren oder Verfahrenskonstellationen der Angeklagte zwingend von einem Rechtsanwalt vertreten sein muss.

Verstößt das Gericht gegen diese gesetzliche Regelung, so das Urteil auf die Revision des Angeklagten hin aufzuheben.

Das Gesetz sieht die Pflicht zur Anwesenheit eines Verteidigers in den folgenden Fällen vor:

  • 140
    Notwendige Verteidigung

(1) Ein Fall der notwendigen Verteidigung liegt vor, wenn

1. zu erwarten ist, dass die Hauptverhandlung im ersten Rechtszug vor dem Oberlandesgericht, dem Landgericht oder dem Schöffengericht stattfindet;
2. dem Beschuldigten ein Verbrechen zur Last gelegt wird;
3. das Verfahren zu einem Berufsverbot führen kann;
4. der Beschuldigte nach den §§ 115, 115a, 128 Absatz 1 oder § 129 einem Gericht zur Entscheidung über Haft oder einstweilige Unterbringung vorzuführen ist;
5. der Beschuldigte sich auf Grund richterlicher Anordnung oder mit richterlicher Genehmigung in einer Anstalt befindet;
6. zur Vorbereitung eines Gutachtens über den psychischen Zustand des Beschuldigten seine Unterbringung nach § 81 in Frage kommt;
7. zu erwarten ist, dass ein Sicherungsverfahren durchgeführt wird;
8. der bisherige Verteidiger durch eine Entscheidung von der Mitwirkung in dem Verfahren ausgeschlossen ist;
9. dem Verletzten nach den §§ 397a und 406h Absatz 3 und 4 ein Rechtsanwalt beigeordnet worden ist;
10. bei einer richterlichen Vernehmung die Mitwirkung eines Verteidigers auf Grund der Bedeutung der Vernehmung zur Wahrung der Rechte des Beschuldigten geboten erscheint;
11. ein seh-, hör- oder sprachbehinderter Beschuldigter die Bestellung beantragt.

(2) Ein Fall der notwendigen Verteidigung liegt auch vor, wenn wegen der Schwere der Tat, der Schwere der zu erwartenden Rechtsfolge oder wegen der Schwierigkeit der Sach- oder Rechtslage die Mitwirkung eines Verteidigers geboten erscheint oder wenn ersichtlich ist, dass sich der Beschuldigte nicht selbst verteidigen kann.

 

Es wird deutlich, dass es dem Gesetzgeber-anders als in zivilrechtlichen Verfahren-nicht auf die finanzielle Leistungsfähigkeit des Angeklagten ankommt, sondern dass vielmehr eine Prognose anzustellen ist mit Blick auf die zu erwartenden Rechtsfolgen.

Neben dem enumerativen Katalog des §§ 140 Abs. 1 StPO eröffnet insbesondere die unbestimmte Regelung des §§ 140 Abs. 2 StPO einen weiten Anwendungsspielraum.

Eine Definition für die besondere Schwierigkeit der Sach- oder Rechtslage existiert in der StPO nicht. Es hat sich hierzu eine breite Vielzahl an einzelner Rechtsprechung herauskristallisiert.

Bereitester Anwendungsraum hat sicherlich die Annahme der notwendigen Verteidigung bei einer Straferwartung von einem Jahr Freiheitsstrafe. In diesem Falle ist das Gericht verpflichtet einen Verteidiger bestellen.

Ebenfalls von besonderer Bedeutung ist auch die Gefahr von erheblichen Nebenfolgen, also etwa zivilrechtlichen Ansprüchen die aus dem Strafprozess heraus folgen, oder eben schwierigen Rechtsfragen die für die Beurteilung der Schuldfrage jedoch maßgeblich sind.

Zeitpunkt der Bestellung des Pflichtverteidigers2021-10-15T14:01:52+02:00

Früher war es so, dass der Anspruch auf Bestellung eines Pflichtverteidigers üblicherweise erst bei Anklageerhebung oder Anordnung der Haftentscheidung bestand.

Ersichtlich kann das nicht den Gedanken der Rechtsstaatlichkeit entsprechen, da dann unmittelbare Grundrechtseingriffe bereits erfolgt sind. Auch aufgrund entgegenstehender Rechtsprechung der Europäischen Union hat sich dies nunmehr geändert.

Das Gesetz zur Neuregelung der notwendigen Verteidigung vom 10.12.2019 hat in § 141 StPO neue Regelungen eingeführt:

 

  • 141
    Zeitpunkt der Bestellung eines Pflichtverteidigers

(1) 1In den Fällen der notwendigen Verteidigung wird dem Beschuldigten, dem der Tatvorwurf eröffnet worden ist und der noch keinen Verteidiger hat, unverzüglich ein Pflichtverteidiger bestellt, wenn der Beschuldigte dies nach Belehrung ausdrücklich beantragt. Über den Antrag ist spätestens vor einer Vernehmung des Beschuldigten oder einer Gegenüberstellung mit ihm zu entscheiden.

(2) 1Unabhängig von einem Antrag wird dem Beschuldigten, der noch keinen Verteidiger hat, in den Fällen der notwendigen Verteidigung ein Pflichtverteidiger bestellt, sobald

1. er einem Gericht zur Entscheidung über Haft oder einstweilige Unterbringung vorgeführt werden soll;
2. bekannt wird, dass der Beschuldigte, dem der Tatvorwurf eröffnet worden ist, sich auf Grund richterlicher Anordnung oder mit richterlicher Genehmigung in einer Anstalt befindet;
3. im Vorverfahren ersichtlich ist, dass sich der Beschuldigte, insbesondere bei einer Vernehmung des Beschuldigten oder einer Gegenüberstellung mit ihm, nicht selbst verteidigen kann, oder
4. er gemäß § 201 zur Erklärung über die Anklageschrift aufgefordert worden ist; ergibt sich erst später, dass die Mitwirkung eines Verteidigers notwendig ist, so wird er sofort bestellt.

 

Die aktuelle Rechtslage sieht nunmehr also vor, dass dem Beschuldigten vor der Vorführung vor dem Haftrichter ein Verteidiger an die Seite zu stellen ist, der dann die Interessen in Vorführungstermin ordnungsgemäß vertreten kann.

Aus Gründen der Vorsicht sollte der Beschuldigte in jedem Falle in entsprechenden Konstellationen selbst auch förmlich beantragen, dass ihm ein Verteidiger zur Seite gestellt wird.

Wechsel des Pflichtverteidigers2021-10-15T14:02:24+02:00

Die grundsätzliche Überlegung ist auch mit Blick auf die anfallenden Kosten sicherlich, dass der Beschuldigte einen Pflichtverteidiger benennt, dieser ihm beigeordnet wird, und dann das gesamte Verfahren begleitet.

Insbesondere in Konstellationen, in denen der Angeklagte bzw. Beschuldigte keinen Verteidiger benennt oder benennen kann ist es so, dass die Auswahl des dann zu bestellenden Verteidigers auf den entsprechenden Richter übergeht. Die Praxis zeigt, dass dann oftmals Unzufriedenheit bei den Beschuldigten vorherrscht, und diese im weiteren Verlauf den Wechsel des Verteidigers erlangen möchten.

Auch aufgrund der Gesetzesänderung ist nunmehr § 143a StPO einschlägig. Die Vorschrift sieht vor, dass im Falle der Auswahl des Verteidigers durch das Gericht dem Beschuldigten nunmehr eine Frist von drei Wochen zusteht, innerhalb derer er beantragen kann den Verteidiger zu seinem Wunschkandidaten hin zu wechseln. Das Gericht hat hier nahezu keine Möglichkeit diesem Antrag nicht zu entsprechen.

Ungeachtet dessen steht es dem Beschuldigten selbstverständlich jederzeit frei einen Wahlverteidiger zu mandatieren. Ein Wahlverteidiger muss von dem Beschuldigten selbst finanziert werden. Sofern dieser dann gegenüber dem Gericht die Erklärung abgibt, dass die Kosten für die Verteidigung gesichert sind und der Wahlverteidiger das Verfahren bis zum Ende begleitet, so kann der Pflichtverteidiger durch entsprechenden Beschluss entbunden werden.

Auch nach dem Ablauf der Dreiwochenfrist kann es in engen Ausnahmefällen zu einem Wechsel des Pflichtverteidigers kommen. Unproblematisch ist hierbei die Konstellation, dass sowohl der alte als auch der neue Verteidiger einverstanden sind und zu Protokoll erklären, dass der Staatskasse keine Mehrkosten entstehen.

Die letzte Möglichkeit zum Wechsel des Pflichtverteidigers besteht in der Darlegung, dass das Vertrauensverhältnis des Mandanten zu seinem Rechtsanwalt und/oder umgekehrt nachhaltig zerstört und erschüttert ist. Die Rechtsprechung legt hier hohe Hürden an, da dieser Wechsel üblicherweise mit Mehrkosten für die Staatskasse verbunden ist. Der Antragsteller muss dabei dem Gericht sehr dezidiert offenlegen wieso es zu einer Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses gekommen ist, und auf welcher Grundlage er zu dem Ergebnis kommt, dass sich dieses nicht mehr verbessern lässt.

Die Anträge sind üblicherweise höchst problematisch, da hierbei bei viele Details aus dem mandatsinneren berichtet werden müssen und der Betroffene auch ein Stellungnahme Recht inne hat.

Klassischer Fall für eine Entpflichtung ist z.B. wenn der Rechtsanwalt S nach Festnahme des Mandanten unterlässt ihn in der JVA besuchen oder über den Verfahrensfortgang zu unterrichten. Es gibt hierzu eine breite Kasuistik, aber jedenfalls dann wenn der Rechtsanwalt für drei Wochen nach der Festnahme nicht in der JVA erschienen ist dürfte dies die Zerrüttung des Vertrauensverhältnisses begründen.

Urteil im Strafverfahren2021-10-15T14:02:54+02:00

Nach dem Ende der Beweisaufnahme hat das Gericht über die Anklagevorwürfe zu entscheiden.

In diesem Zusammenhang wird klar wieso der Anklageschrift als solches eine große Bedeutung zukommt, denn diese gibt den Inhalt der Hauptverhandlung vor.

Das Gericht hat abschließend über sämtliche Anklagepunkte zu befinden, außer der Prozessstoff wurde durch entsprechende Einstellungserklärungen im Vorfeld verkürzt. Auch ist es nicht ohne weiteres möglich die Anklagepunkte zu erweitern. Das Gesetz sieht hier Stachel Fristenregelungen vor, auf die der Angeklagte und die Prozessbeteiligten allerdings verzichten können.

Selbst verständlich ist es allerdings möglich mehrere Anklagen durch eine entsprechende Beschlussfassung zu verbinden, sodass diese insgesamt dann den Prozessstoff darstellen.

Nach der Begutachtung sämtlicher Beweismittel hat das Gericht zunächst einen Sachverhalt festzustellen, und auf dieser Grundlage dann eine rechtliche Beurteilung vorzunehmen. Kommt das Gericht zu dem Ergebnis, dass keine strafbare Handlung vorliegt, so ist der Angeklagte freizusprechen.

Tritt dieser Fall ein, so hat die Staatskasse die notwendigen Auslagen sowie die Verfahrenskosten zu tragen.

Notwendige Auslagen bedeutet, dass die Staatskasse die Rechtsanwaltskosten nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz zu ersetzen hat. Hat der Angeklagte-wie üblich-eine Honorarvereinbarung mit dem Rechtsanwalt geschlossen, so entschädigt die Staatskasse ausschließlich die gesetzlichen Gebühren. In diesem Falle bleibt der freigesprochene Angeklagte auf der Differenz sitzen.

Kommt es hingegen zu einer Verurteilung, so sieht das Gesetz im Erwachsenenstrafrecht vor, dass auch die Verfahrenskosten von dem Verurteilten zu tragen sind.

Als Sanktion ist im Erwachsenenstrafrecht denkbar die Verhängung einer Geldstrafe, sowie die Verhängung einer Freiheitsstrafe.

Geldstrafe2021-10-15T14:03:21+02:00

Die Geldstrafe setzt sich zusammen aus zwei Faktoren.

Zum einen gibt die Tagessatzanzahl wieder wie hoch der individuelle Schuldgehalt in der Begehung der Straftat ist.

Die Tagessatzhöhe setzt sich hingegen mit den wirtschaftlichen Verhältnissen des Angeklagten auseinander. Der zugrunde liegende Gedanke des Gesetzgebers ist hierbei, dass die Verhängung einer Strafe sowohl den Leistungsbezieher als auch den Einkommensmillionär in gleicher Weise belasten soll.

Die Tagessatzhöhe wird daher im groben daraus errechnet, dass das monatlich zur Verfügung stehende Nettoeinkommen von Unterhaltsverpflichtungen bereinigt und dann durch 30 geteilt wird.

Geldstrafen von bis zu 90 Tagessätzen werden im Falle der ersten Verurteilung nicht im Bundeszentralregister eingetragen. Allerdings muss hier konkretisiert werden, dass behördliche Anfragen sämtliche Vorverurteilungen enthalten.

Entgegen vielfachen Glaubens ist es auch so, dass zwei Verurteilungen unterhalb der Grenze der 90 Tagessätzen zu entsprechenden Eintragungen im Bundeszentral Register führen und damit eine Vorstrafe ersichtlich ist.

Ob der Verurteilte die Geldstrafe zahlen kann ist dabei kein Strafzumessungskriterium, sondern vielmehr eine Frage der Vollstreckung. Die Justiz ist insoweit relativ unproblematisch bereit eine Ratenzahlungsvereinbarung zu treffen. An diese sollte sich der Verurteilte dann jedoch auch halten.

Wird die Geldstrafe nicht beglichen, so kann die Staatsanwaltschaft die Vollstreckung der Ersatzfreiheitsstrafe anordnen. In diesem Falle muss die ausgesprochene Tagessatzanzahl tatsächlich in Tagen in der JVA verbüßt werden. Stellt sich der Verurteilte nicht entsprechend der Aufforderung aus dem Gestellungsbefehl, so kann die Staatsanwaltschaft oder weitere Zwischenschritte einen Vollstreckungshaftbefehl erlassen.

Das hat zur Folge, dass der Verurteilte bei der nächsten Polizeikontrolle festgenommen und direkt in die Haft verbracht wird. Ihm bleibt es allerdings belassen auch dann die Geldstrafe vollständig zu bezahlen, in diesem Falle ist er sofort zu entlassen.

Aktuelles aus dem Strafrecht

Alle News anzeigen, weitere Rechtsnews aus dem Strafrecht.

Termin vereinbaren und beraten lassen

Rufen Sie uns an, senden Sie uns eine E-Mail oder nutzen das Kontaktformular

Nach oben