Die Geldstrafe setzt sich zusammen aus zwei Faktoren.

Zum einen gibt die Tagessatzanzahl wieder wie hoch der individuelle Schuldgehalt in der Begehung der Straftat ist.

Die Tagessatzhöhe setzt sich hingegen mit den wirtschaftlichen Verhältnissen des Angeklagten auseinander. Der zugrunde liegende Gedanke des Gesetzgebers ist hierbei, dass die Verhängung einer Strafe sowohl den Leistungsbezieher als auch den Einkommensmillionär in gleicher Weise belasten soll.

Die Tagessatzhöhe wird daher im groben daraus errechnet, dass das monatlich zur Verfügung stehende Nettoeinkommen von Unterhaltsverpflichtungen bereinigt und dann durch 30 geteilt wird.

Geldstrafen von bis zu 90 Tagessätzen werden im Falle der ersten Verurteilung nicht im Bundeszentralregister eingetragen. Allerdings muss hier konkretisiert werden, dass behördliche Anfragen sämtliche Vorverurteilungen enthalten.

Entgegen vielfachen Glaubens ist es auch so, dass zwei Verurteilungen unterhalb der Grenze der 90 Tagessätzen zu entsprechenden Eintragungen im Bundeszentral Register führen und damit eine Vorstrafe ersichtlich ist.

Ob der Verurteilte die Geldstrafe zahlen kann ist dabei kein Strafzumessungskriterium, sondern vielmehr eine Frage der Vollstreckung. Die Justiz ist insoweit relativ unproblematisch bereit eine Ratenzahlungsvereinbarung zu treffen. An diese sollte sich der Verurteilte dann jedoch auch halten.

Wird die Geldstrafe nicht beglichen, so kann die Staatsanwaltschaft die Vollstreckung der Ersatzfreiheitsstrafe anordnen. In diesem Falle muss die ausgesprochene Tagessatzanzahl tatsächlich in Tagen in der JVA verbüßt werden. Stellt sich der Verurteilte nicht entsprechend der Aufforderung aus dem Gestellungsbefehl, so kann die Staatsanwaltschaft oder weitere Zwischenschritte einen Vollstreckungshaftbefehl erlassen.

Das hat zur Folge, dass der Verurteilte bei der nächsten Polizeikontrolle festgenommen und direkt in die Haft verbracht wird. Ihm bleibt es allerdings belassen auch dann die Geldstrafe vollständig zu bezahlen, in diesem Falle ist er sofort zu entlassen.